Nachhaltiges Leben in der Gemeinde und Ökologie 

Nachhaltiges Leben bedeutet für jeden ein bisschen was anderes. Nachhaltigkeit ist ein weiter Begriff und beinhaltet die sorgsame Nutzung von Ressourcen, ökologisch und ökonomisch. Nachhaltigt ist, was eine lang anhaltende Wirkung hat.

Nachhaltig bedeutet auch, das nur soviel verbraucht wird wie in gleichem Maß auch wieder entsteht.

Themen für Waldstetten

Waldstetter Blühmischung

– ein gemeinsames Projekt, das Schüler der Ganztagesbetreuung auf dem Schlatthof mit ihrer Lehrerin Miriam Weber und unserem Verein umsetzen

Das Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Oftmals wird nur der Rückgang von Bienen, im speziellen von Wildbienen, betrachtet. Jedoch gibt es noch sehr viel mehr Insektenarten, welche bedroht sind. Über die Ursachen wird viel diskutiert, wobei man sich jedoch einig ist, dass eine der Hauptursachen wohl bei den immer weiter reduzierten Rückzugs-, Brut-, und Überwinterungsmöglichkeiten für Kleinstlebewesen ist.

Täglich werden allein in Baden-Württemberg über 5 ha Fläche verbraucht – in etwa die Fläche von 7 Fußballfeldern. Diese Fläche wird unwiederbringlich versiegelt, für Straßen-, Industrie-, Wohn- und Verkehrsflächen. Jeder kann jedoch einen kleinen Beitrag dafür leisten, diesen Rückgang der Insektenlebensräume abzumildern oder sogar neue Lebensräume schaffen.

In unserer Gesellschaft gelten gepflegte Rasenflächen, Steingärten und unkrautfreie Beete als Schönheitsideal. Die "Kulturlandschaft" ist vom Menschen geprägt und inzwischen nicht mehr immer für die Tiere als ursprüngliche Bewohner geeignet. Abgeblühte oder abgestorbene Pflanzen oder Flächen sehen aus unserer Sicht ungepflegt und nicht schön aus. Das sind jedoch die Flächen in denen sich Insekten und Kleinstlebewesen wohl fühlen und auch überwintern. Ein kleines Eck im Garten wo das Gras nicht auf Rasenhöhe zurückgeschnitten wird, oder ein größerer Blumentopf auf dem Balkon mit einer speziellen Blühmischung kann schon solch ein kleines Biotop sein.

Im Rahmen der Ganztagesbetreuung auf dem Schlatthof werden immer wieder Projekte im Bereich Ökologie durchgeführt. Beim Projekt "Waldstetter Blühmischung" werden die Kinder mit diesem Thema konfrontiert und erleben neben dem ökologischen auch einen pädagogischen Mehrwert. Schon im Februar bemalen die Kinder während der Ganztagesbetreuung mehrere hundert Papiertütchen mit Blumen, Bienen und Insekten. In den folgenden Wochen werden diese dann mit einer speziellen Blühmischung befüllt. Dazu werden in alle Tütchen die Menge Saatgut für ca. 2-3 m² von den Kindern eingewogen sowie eine Pflanzanleitung mit genauer Beschreibung angehängt.

Schon im vergangenen Jahr wurde eine Blühmischungsaktion durchgeführt. Dabei wurden über 500 Tütchen mit Blühmischungssaatgut hergestellt und an alle Schüler der Primärstufe und an die Kindergartenkinder verteilt. Eine tolle Aktion, die von unserem Verein auch finanziell unterstützt wird.

   (Quelle: privat)

Nistkästen für Fledermäuse

Dieses Jahr 2021 beginennw ir auch mit Nistkästen für Fledermäuse - mehr dazu im Herbst.

Streuobstwiesen

Eine Studie der Uni Hohenheim zeigt einen Rückgang der Apfel- und Birnbäume um mindestens 20 % in den letzten 10 Jahren. Dieser Rückgang dürfte noch dramatischer sein, vergleicht man den Flächenrückgang von 220.000 ha 1965 auf 90.000 ha 2018.

Gerade Streuobstwiesen sind Heimat vieler Tiere und Pflanzen – werden sie weniger sinkt die Artenvielfalt.

Mehr dazu bald hier ...

1. Klimanacht in Waldstetten

Am 7.Oktober 2020 wurde die erste Klimanacht in Waldstetten veranstaltet. Unter Corona-Bedingungen war bestuhlt und aufgebaut. Es gab neben Bewirtung auch eine Ausstellung zu Plastik, Verpackung und Müll - und natürlich deren Vermeidung.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rembold wurden die Gewinner des Stadtradelns 2020 geehrt.

Dann folgten 4 unterschiedliche Vorträge, kurz und knackig zu allgemeinen Klimathemen. Im Anschluss gab es noch eine Diskussionsrunde und auch danach noch regen Austausch zwischen den Besuchern und den Referenten.

  

(weitere Klimanächte sind ab Herbst 2021 in Planung)

Mehrweg statt Einweg für Kaffee und Co.

Die Deutschen nutzen für Heißgetränke jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher, das entspricht 34 Becher pro Kopf. Oft landen die Becher und Deckel nach kurzer Zeit in der Umwelt, weil sie achtlos weggeworfen werden oder aus überquellenden Mülleimern fallen.1

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: „Jeder Einwegbecher, der genutzt wird, ist einer zu viel. Einwegbecher verschwenden Ressourcen und verschmutzen unsere Umwelt. Mehrwegbecher sind hier der richtige Weg.“
60 % der Einwegbecher sind kunststoffbeschichtete Papierbecher, die restlichen 40 % reine Kunststoffbecher. Zusätzlich fallen etwa 1,3 Milliarden Einweg-Kunststoffdeckel an. Alleine die kunststoffbeschichteten Pappbecher, klassische „Coffee-to-go“-Becher, füllen pro Jahr acht Millionen typischer Stadt-Mülleimer.1

Der beste Becher ist der eigene, den man füllen lässt, wieder spült, wieder und wieder verwendet. Aber Einwegbecher sind noch sehr oft im Einsatz.

Eine Umfrage der Hochschule Aalen ergab: Am Bahnhof in Aalen werden jeden Tag 400 Einwegbecher ausgegeben.2

Der Ostalbkreis will einen Weg gehen, den Städte wie Stuttgart oder Schwäbisch Hall bereits gehen: Mehrwegbecher ersetzen die Einwegbecher komplett.3

Becher können in allen beteiligten Betrieben wieder abgegeben werden (ungespült) oder beim nächsten Kauf einfach durch einen neuen, frischen Becher getauscht werden.

Der Becher ist komplett recyclebar und kann mindestens 500 mal verwendet werden, kann ein Logo tragen, das damit auch über die Region hinaus Werbung machen. Durch die Verwendung im gesamten Kreis – und sogar in Stuttgart oder anderen Städten – sind Becher an sehr vielen Ausgabestellen erhältlich und können dort auch überall wieder abgegeben werden.

Quellen: 1Umweltbundesamt, 2Stadt Aalen, 3Hochschule Aalen

Steingärten

Manche Außenanlagen von Wohnhäusern erinnern derzeit eher an eine öde Steinwüste als an eine die Lebensqualität verbessernde Gartengestaltung.

Unsere Gärten und Obstwiesen sind wichtige Artenschutz- und Klimaschutzzentren und wichtige Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tiere. Bäume, Sträucher, Stauden und Wiesen speichern außerdem CO2, produzieren frische Luft, filtern Staub und regulieren das Klima. Schottergärten wirken dem Arten- und Klimaschutz entgegen.

Dabei muss ein begrünter Garten auch nicht unbedingt zeitaufwendiger und teurer sein als ein Steingarten. Und wenn es im Garten tagsüber duftet und zwitschert und es abends angenehm abkühlt, dann tut das auch dem Menschen gut.

(Quelle: Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V. LOGL BW)