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Waldumbau ist nicht immer schön aber notwendig und alternativlos

Durch Klimawandel (Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer, Hitze) sind viele Bestände instabil. Ohne aktiven Waldumbau (Mischwälder, klimaresiliente Baumarten, strukturreiche Bestände) drohen großflächige Verluste und unkontrollierte Kohlenstofffreisetzung.

  • Der Umbau setzt Holzernte voraus: Altbestände müssen schrittweise entnommen werden, um Platz und Licht für neue, stabile Mischbestände zu schaffen.
  • Holzernte ist kein Selbstzweck, sondern eine Klimaanpassungsmaßnahme: Waldumbau ist Klimaschutz.

Kurzfristig darf der Holz-Vorrat auch sinken, denn das ist kein Problem, sondern klimapolitisch akzeptabel oder sogar notwendig, wenn …

  • Das Holz stofflich und energetisch genutzt wird,
  • Der neue Wald langfristig stabiler und produktiver wird,
  • Der Wald langfristig nicht zur Nettoquelle wird, sondern der Vorrat später wieder zunimmt.
  • Das ist ein Beispiel für ein „temporäres Kohlenstoffinvestment“: Man gibt gespeicher­ten Kohlen­stoff frei, um das System zukunftsfähig zu machen, was langfristig zu mehr Bindung und Risikoab­senk­ung bringt.

Die Kombination aus stofflicher und energetischer Holznutzung verbessert die Gesamt-Kohlenstoffbilanz, der Waldumbau steigert die künftige Resilienz und Produktivität. Holz vollständig nutzen heißt: maximalen Klimanutzen sichern. Wenn ohnehin Holz geerntet werden muss (Umbau, Pflege, Kalamitäten), dann ist der größte Klimaeffekt erreichbar, wenn:

  • Hochwertiges Holz → stofflich genutzt (Bauholz, langlebige Produkte, Substitution von Beton/Stahl),
  • Niedrigwertiges und Restholz → energetisch genutzt (Substitution von Öl/Gas),
  • Holzprodukte am Ende → ebenfalls energetisch verwertet. (Substitution von Öl/Gas)
  • Dann wird der Kohlenstoff aus dem Baum umfänglich genutzt, und jedes Mal fossile Emissionen ersetzt. Man nennt das „Kaskadennutzung“ – der IPCC bezeichnet sie ausdrücklich als „climate-smart use of harvested wood“.

Fazit: Waldumbau + Holznutzung + Energieverwertung = beste langfristige Klimastrategie. Das Gegenteil – also Stilllegung ohne Umbau – führt häufig dazu, dass Bestände zusammen­brechen, Biomasse ungenutzt verrottet oder verbrennt, und dann mehr CO₂ freigesetzt wird, ohne fossile Substitutionseffekte. Auch wenn der Holzvorrat in Deutschland im Zuge des notwendigen Waldumbaus vorübergehend abnimmt, ist eine aktive, vollständige Holznutzung – mit stofflicher Verwertung und energetischer Reststoffnutzung – klimawirksam positiv. Sie ermöglicht die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, sichert langfristig höhere CO₂-Bindungspotenziale und ersetzt zugleich fossile Energien und emissionsintensive Materialien.

(Quellen: LWF Landesstelle für Wald und Forstwirtschaft, C.A.R.M.E.N. e.V.)